Bruder? Priester? Diakon?


Kann man Priester werden oder ständiger Diakon innerhalb der Gemeinschaft?

In Verbindung mit dem persönlichen Charisma und den Bedürfnissen der Gemeinschaft kann ein Bruder zum Priestertum berufen werden. Dieser Ruf ist die Frucht eines Weges und einer Zeit der Unterscheidung, die innerhalb der Gemeinschaft gelebt wird. Es setzt eine angemessene Ausbildung voraus und steht in Verbindung mit der Ortskirche. Im folgenden findest Du einige Überlegungen im Bezug auf das Priestertum und das Diakonat innerhalb des monastischen Lebens.

Monastisches Leben und Taufe: Weihe, Lob, Opfer und Fürbitte

Das monastische Leben ist kein Sakrament und es ändert auch nichts an unserer Taufe. Es lädt aber dazu ein, zum Geheimnis der Taufe in unserem Leben auf radikale Weise zurückzukehren. Ein Bruder ist vor allem ein Getaufter, der sich dazu entschieden hat, allein vor den Augen Gottes zu leben und Christus inmitten seiner Brüder nachzufolgen. In der Taufe werden wir zu Priestern, Propheten und Königen, wobei der Mönch vor allem das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen durch sein ganzes Leben verkündet. Das monastische Leben ist somit vor allem und zu allererst inmitten der Welt dem Lobpreis, der Hingabe und der Fürbitte geweiht. Diese Berufung lebt er inmitten seiner Brüder und nimmt dadurch an der aktiven kirchlichen Sendung seiner Gemeinschaft teil.

"Herr Jesus Christus, ich will mir selbst entsagen, um mich allein an Dich zu binden, den einzigen Schatz meines Lebens und meine einzige Hoffnung auf Erden, solange ich lebe, denn Du bist mein Erlöser und mein Gott, und ich will durch mein ganzes Leben meine Taufgnade bekennen. In der heiligen Kirche Gottes schenke ich mich ganz und gar, aus freiem Herzen und voller Freude der Familie von Jerusalem: Ich gelobe, Dir nachzufolgen, um mit Dir eins zu werden, Herr Jesus Christus, und gelobe für mein ganzes Leben, in Keuschheit, Armut und Gehorsam zu leben, im Bemühen um das unaufhörliche Gebet und die ständige Umkehr meines Herzens zu Dir bis Du wiederkommst. "

(Auszug aus der Professformel)

Monastisches Leben und Priestertum: Weihe und Segen

Das monastische Leben ändert nichts am Wesen des geweihten Priestertums, aber es gibt der Ausübung des Amtes eine besondere Form. Ein Bruder, der zum Priestertum berufen ist, wird der Kirche unter seinen Brüdern dienen, mit Blick auf die missionarische Dimension seiner Gemeinschaft, die inmitten des Volkes Gottes eingesetzt ist.

Neben der täglichen Feier der Eucharistie, übt der Priesterbruder den Dienst der Predigt aus, sowie den Dienst des Gespräches und des Beichtehörens für die Gläubigen, Gäste und Pilger. Durch seine Gemeinschaft erhält er als Priester zugleich die Mission Menschen geistlich zu begleiten, wenn sie ihn darum bitten.

Grundlage seines Predigtdienstes und der geistlichen Begleitung sind die Früchte, die er aus seinem monastischen Leben und der Betrachtung der Heiligen Schrift empfangen hat.

Monastisches Leben und Diakonat: Weihe und Dienst

Das monastische Leben verändert nicht das Wesen des Diakonates, aber es gibt ihm einen besonderen Geist und Konturen. Inmitten der Gemeinschaft seiner Brüder wird der Bruder als Diakon der Kirche sowohl am Tisch des Wortes und der Eucharistie dienen, als auch an der Seite der Armen in unserer Welt stehen.

So wird der Bruder in besonderer Weise durch seine Gemeinschaft in der Ausübung seines Deinstes als Diakon dazu ermutig die Gastfreundschaft und Nächstenliebe auszuüben. Neben dem Dienst am Altar führt er auch den Dienst des Predigens aus. Mit seinen Brüdern der Gemeinschaft nimmt er so durch sein Diakonat aktiv an der kirchlichen Sendung seiner Gemeinschaft teil.

Grundlage seines diakonischen Dienstes sind die Früchte, die er aus seinem monastischen Leben und der Betrachtung der Heiligen Schrift empfangen hat und die er in den Werken der Nächstenliebe zum Ausdruck bringt.