Hast Du etwa eine Erscheinung?

„Er sah und glaubte“ (Joh 20, 8)

Kann denn das UNMÖGLICHE möglich sein? "Jesus lebt, Er ist auferstanden! Das Grab ist leer!"

"Das geht doch nicht. Tot ist tot! Das habe ich mit eigenen Augen gesehen, lass mich in Frieden. – Wenn doch nur ansatzweise Frieden in meinem Herzen wäre!" - Denn noch beherrschen Trauer, Enttäuschung, die Wut über ein vergebliches Scheitern die Gefühle des Petrus.

Ja, aber was ist das nun für eine seltsame Nachricht, mit der Maria Magdalena im wahrsten Sinne des Wortes um die Ecke kommt?

Das geht alles sehr schnell und wenn wir uns in die Jünger hinein versetzen, ahnen wir vielleicht etwas von ihrem Gefühlschaos. Ja und vielleicht können wir da mit unserer eigenen Erfahrung der letzten Tage anknüpfen. Gerade klingen doch noch die Feier des Gründonnerstags, des Karfreitags und des Karsamstags in unseren Herzen nach und der „österliche Herz-schritt-macher“ hat da wohl in jedem Herzen seinen eigenen Pulsschlag, seinen eigenen Rhythmus.

Und so lädt uns die Osteroktav ein, jeden Tag Schritt zu halten mit Jesu Freunden, mit den Jüngeren und den Frauen, die drei Jahre an Jesu Seite gelebt hatten. Jene, die Augenzeugen von Tod und Auferstehung sind. Jeden Tag begegnet uns eine dieser ‚unmöglich-möglichen‘ Erscheinungserzählung. Jeden Tag, feiern wir in dieser Osteroktav Ostern! Das ist eine geniale Erfindung der Kirche. So eine gewaltige Botschaft, so eine Freude, ist nicht nur für einen Tag, nicht nur für eine Woche, nein, sie für ganze fünfzig Tage!

Was UNMÖGLICH zu sein scheint und was der Verstand nicht begreifen kann, das macht die Liebe möglich. Tot ist Tot – so mag ein Petrus gedacht haben. Doch Jesus hat in der Macht der Liebe des Vaters den Tod durchlebt und von nun an gilt: Tod ist tot! Und Petrus bekommt Beine, als er diese Nachricht von Maria Magdalena doch näher an sich heranlässt. Da haben Johannes und Petrus ein unterschiedliches Tempo – der österliche Herzschrittmacher. Doch sie kommen beide am Grab an: „Er sah und glaubte!“

SEHEN und GLAUBEN

Und so sind wir eingeladen unsere eigenen Herzens-Schritte auf diesem OSTERWEG zu machen hinein in eine immer tiefere Freude. Was die Jünger mit eigenen Augen sahen, das können wir nur mit den Herzensaugen sehen. Hören, sehen und glauben, das ist die Osterdynamik, in die wir hineingerissen werden, wenn wir mit SEINEM Wort unterwegs sind. Und dieses Wort ist in einer ganz eigenen Sprache geschrieben, die der Liebe. Diese Liebe lebt! Uns das zu sagen, dafür ist Jesus Mensch geworden, hat uns gezeigt, wie lieben praktisch geht, hat gelitten, ist gestorben und ist auferstanden- für UNS, um uns in diese Liebesdynamik seines Vaters hineinzureißen.

Am Ostermontag gehen wir Seite an Seite mit den Emmausjüngern, Kleophas und Thekla. Sie können uns durch die ganzen 50 Tage begleiten, denn die Erfahrung, die sie gemacht haben, wünsche ich uns an jedem Tag, wenn wir die Bibel aufschlagen oder den Text hier lesen:

Die BEGEGNUNG mit dem AUFERSTANDENEN

Mitten auf dem Weg trat Jesus hinzu und erschloss ihnen den Sinn der Schrift. Ja, mitten drin, mitten in unserem Alltag – blind – oft ohne es zu ahnen oder zu sehen, tritt Jesus hinzu. ER LEBT und wartet darauf, dass wir IHN erkennen, dass wir IHN einlassen in unser Herz.

Wir sind quasi eingeladen in eine österliche Sehschule: Die blinden Augen unseres Herzens müssen zu sehenden und glaubenden Osteraugen werden.

Maria Magdalena wird uns Mittwoch in diese Herzens-Sehschule mitnehmen: „Ich habe den Herrn gesehen.“ (Joh 20,18)

Zwei Erfahrungen sind es, die die Jünger auf ihrem Osterweg in der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus machen: die Freude und der Friede.

Auf dass der lebendige Herr auch uns diese Erfahrung schenke: uns den Sinn der Schrift zu erschließen, so unseren Alltag im neuen Licht – (ohne wirkliche Erscheinung) sehen zu lernen, uns in Bewegung setze, Schritt für Schritt der Botschaft zu trauen, die Freude und den Frieden aus der Begegnung und dann die übersprudelnde Freude DAS LEBEN zu teilen!

Bon camino! – Einen guten Weg!