Liebe und Gebot?

Liebe und Gebot? Widerspricht sich das nicht? Ist dies nicht gerade in unserer Zeit vollkommen daneben? Was haben Liebe und Gebote miteinander zu tun? Schauen wir einfach mal in unser heutiges Sonntagsevangelium.

Jesus steht kurz vor seinem Leiden und Sterben. Und bevor er sich seinem Leiden hingibt, richtet er in seinen Abschiedsreden einige Worte an seine Jünger. Es ist letztlich sein Testament, seine letzten Worte an die, die er so sehr liebt. Und solche Worte bleiben, brennen sich in das Herz derer ein, die zurück bleiben. Unser Evangelium beginnt dabei heute mit den Worten: "Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt." Welch starken Worte. Die Liebe des Herrn zu seinen Jüngern ist die gleiche Liebe wie zu seinem Vater. Und diese Liebe ist absolut. Eine größere Liebe gibt es nicht. Und wenn der Herr dies zu seinen Jüngern sagt, so dürfen wir uns genauso angesprochen fühlen. Jesus nimmt uns mit in seine Liebe zu seinem Vater hinein, in eine Liebe die nie vergeht, in eine Liebe die sich selbst vergisst, eine Liebe die jeden Tod überwindet und zerstört.

Anschließend wendet sich der Herr mit einer Bitte an seine Jünger: "Bleibt in meiner Liebe!" Es ist die Sorge des Herrn um seine Jünger. Es ist die Gewissheit Jesu, welche Kraft in dem "in IHM und seiner Liebe bleiben" liegt. Jesus hat es selbst erfahren. Indem er in seinem Vater geblieben ist, in seiner Liebe, hat er Wunder vollbringen können, hat er Menschen heilen können, kann er sich später ganz und gar für die Menschen hingeben und sie so vom Tod erlösen. Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet großes vollbringen.

Und dieses in der Liebe bleiben zeigt sich nach außen hin, zeigt sich darin, ob die Jünger das tun, was der Herr ihnen gesagt und gelehrt hat. "Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. " In der Liebe zu Jesus bleiben heißt, seine Gebote halten und umgekehrt, seine Gebote zu halten heißt ihn zu lieben. Wir kennen das vielleicht aus unseren eigenen menschlichen Beziehungen. Solange man einen geliebten Menschen liebt, ist es leicht sich auf ihn einzulassen, ist es leicht, gemeinsam vereinbartes zu halten. Aber wenn die Liebe einmal vergangen ist, wird alles schwer, braucht es Anstrengung und innere Arbeit.

"Bleibt in meiner Liebe!" Dies zeigt sich auch daran, wie sehr ich die anderen liebe. Denn die Liebe zu Gott führt in die Liebe zum Nächsten und umgekehrt. Und doch, ist dies so leicht gesagt und wir wissen, wie schwer so etwas oft ist. Aber der Herr ist davon überzeugt. Wer einmal SEINE Liebe erfahren hat, wer immer wieder in SEINE Liebe zurückkehrt, dessen Herz wird weit, dessen Herz will sich für die anderen Menschen hingeben, dessen Herz ist von Freude erfüllt.

Wenn wir nun in diese Woche gehen, dann dürfen wir uns immer wieder diesen Satz bewusst machen: "Bleibt in meiner Liebe!" Es ist ein Satz, der uns ermutigen möchte, der uns das Leben geben möchte, der uns die Freundschaft mit Jesus geben möchte. Denn Jesus sagt es ja selbst. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Der Herr liebt uns, der Herr hat uns als Freunde erwählt und zwar als Freunde in Ewigkeit. Gibt es etwas schöneres. Ich bin Freund Jesu. Jesus hat mich als seinen Freund erwählt, zeigt mir dadurch wie groß ich vor IHM bin. In der letzten Woche war der Titel einer Zeitschrift "Freunde finden, länger leben." Wenn wir den Herrn als unseren Freund entdecken, ihn als unseren Freund wählen, annehmen, dann leben wir nicht nur länger, sondern für immer, in seiner Liebe, in seiner Freude- Halleluja!!!