lectio

Ostersonntag

1. April | Joh 20, 1-9

Aus dem Evangelium nach Johannes

1Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.

2Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.

3Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; 4sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab.

5Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.

6Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.

8Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

9Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

"Lasst uns in Freudenrufe ausbrechen, heute wie gestern.

Wenn auch das Dunkel der Nacht unser Freudenfest unterbrochen hat,

so ist der heilige Tag doch noch nicht zu Ende:

das Licht, das die Freude am Herrn verbreitet, ist ewig.

Christus hat uns gestern erleuchtet; heute noch strahlt sein Licht.

„Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit“, sagt der selige Apostel Paulus.

Ja, Christus ist für uns zum Tag geworden.

Ja, Christus ist unser Heute:

lebendiger Glanz ohne Ende, unablässig strahlt er auf das All herab, das er trägt,

und das ewige Leuchten erscheint wie ein einziger Tag.

„Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist“, ruft der Prophet.

Ja, Christus ist dieser einzige Tag, weil auch die Ewigkeit Gottes eine einzige ist.

Er ist unser Heute: die Vergangenheit, die entschwunden ist, hat er fest in der Hand;

die unbekannte Zukunft birgt für ihn keine Geheimnisse.

Er ist das unumschränkte Licht, er umfasst alles, kennt alles,

ist zu allen Zeiten gegenwärtig und ist ihr Herr. ...

Aus einer Predigt des heiligen Maximus von Turin | Bischof im 5. Jh.