lectio

Samstag der Osteroktav

7. April | Mk 16,9-15

Wir sind nun schon sieben Tage mit dem Auferstandenen unterwegs, bzw. der Herr mit uns. Und wie der Herr im heutigen Evangelium die Jünger wegen ihres Unglaubens tadelt, so ist dieser Tadel auch an uns gerichtet. Glaubt ihr immer noch nicht? Mit dem Auferstehungsglauben ist es so eine Sache. Man möchte daran glauben und doch fällt es einem so schwer. Da hilft nur eines: Den Herrn darum bitten, dass er uns diesen Glauben schenken möge, dass er uns die Verstocktheit des Herzens wegnehme möge. Wenn dies geschieht, werden wir zu wirklich lebendigen Zeugen Jesu, zu Zeugen des Evangeliums, zu Zeugen des Lebens, der Lebenden, nicht des Todes oder der Toten. Geht in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen. Dieser Auftrag gilt auch uns. Doch ist dieser Auftrag kein Machen sondern ein Sein. Denn wer an den Auferstandenen glaubt, wird lebendig, kann nicht anders, als die Botschaft des Auferstandenen, des ewig Lebenden / Liebenden in die Welt zu tragen.


Auferstandener Herr,

Du bist den Jüngern erschienen, um sie aus ihrer Verstocktheit heraus zuholen.

Erwecke auch in uns den Glauben und die Freude über deine Auferstehung,

damit wir zu lebendigen Zeugen deines Evangeliums werden.

Amen!

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Aus dem Evangelium nach Markus

9Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.

10Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten.

11Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht.

12Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten.

13Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht.

14Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.

15Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

Ein für alle Mal sage ich zu meinen Heiligen: „Geht hinaus in die ganze Welt, zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Denn mir ist von meinem Vater alles übergeben worden“ (vgl. Mt 11,27; 28,18-19), der Himmel und die Erde, deren Gebieter ich schon war, ehe ich Fleisch angenommen habe. Jetzt habe ich meine Herrschaft über das ganze Universum angetreten und in euch habe ich einen heiligen Ministerrat, ich, der allein die Herzen bis auf den Grund kennt.

„Geht zu allen Nationen. Sät auf der Erde das Korn der Reue, besprengt es mit eurer Lehre.“ Als die Apostel diese Worte hörten, schauten sie einander an und schüttelten die Köpfe: „Woher sollten wir denn Stimme und Sprache haben, um alle anzusprechen? Wer gibt uns denn die Kraft, mit den Völkern und Nationen, so wie du es befohlen hast, zu kämpfen? Uns fehlt es doch an Wissen und Bildung, wir sind einfache Fischer – und nur du kennst die Herzen bis auf den Grund!“

„Ängstigt euch nicht mehr in euren Herzen! Der Feind soll euren Geist nicht verwirren. Denkt nicht mehr wie die kleinen Kinder [...] Ich will nicht durch Stärke siegen, ich erringe den Sieg durch die Schwachen. Ich suche mir nicht die Philosophen aus: ich habe ‚das Törichte in der Welt‘ gewählt (vgl. 1 Kor 1,27), ich, der allein die Herzen bis auf den Grund kennt.“

Hl. Romanos Melodos, Hymnendichter im 6. Jahrhundert