lectio

Ostermontag

2. April | Lk 24, 13-35

Im heutigen Evangelium trifft enttäuschte Hoffnung auf ein offenes Herz und offene Ohren eines scheinbar Unbekannten. Mit den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus treten wir in eine weitere Begegnung mit dem Auferstandenen ein. Auch sie haben ihr ganz eigenes "Herz-Schritt-tempo" im Sehen, Erkennen und Glauben der 'unglaublichen' Realität Christi Gegenwart: Glauben an den lebendigen Tot-Geglaubten. Eine umwerfende und alles verändernde Erfahrung. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Und wie verändert Ostern mein Leben? Meinen Alltag?

Was tragen die Jünger im Herzen? und wie zeigt sich ihnen der Auferstandene? Was sagt er selbst von sich? Was sagt er über die Schrift?

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Auferstandener Herr, komm und öffne auch uns das Herz für Deine Gegenwart.

Sieh unsere Sehnsucht, Dein Wort zu verstehen, es für unser Leben zu entziffern und Dir in Deinem Wort zu begegnen.

Erschließe uns den Sinn der Schrift, lass uns Dein Wirken und lebenspendendes Dasein im konkreten Alltag sehen -

auf dass wir glauben und zu brennenden Zeugen Deiner Auferstehung werden. Amen!

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Aus dem Evangelium nach Lukas

24 13Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. 14Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.

15Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen.

16Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten.

17Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, 18und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

19Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. 20Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. 21Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. 22Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, 23fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. 24Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.

25Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. 26Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? 27Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

28So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, 29aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.

30Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.

31Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.

32Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?

33Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.

34Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. 35Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

Jesus erschien, er wurde den Augen sichtbar und dabei doch nicht erkannt.

Der Meister ging mit ihnen des Wegs und war selbst der Weg,

doch sie gingen noch nicht auf dem Weg.

Er fand sie, als sie vom Weg abgewichen waren.

Denn als er vor seinem Leiden noch bei ihnen war, da hatte er alles vorhergesagt:

Dass er leiden wird, dass er sterben und am dritten Tag auferstehen wird.

Alles hatte er vorher gesagt, doch sein Tod hatte sie alles vergessen lassen.

Als sie ihn am Kreuz hängen sahen, wurden sie so verwirrt, dass sie seine Lehre vergaßen,

dass sie die Auferstehung nicht mehr erwarteten

und auch an der Verheißung nicht festhielten.

„Wir haben gehofft, er werde Israel erlösen“, sagten sie.

Ihr Jünger, ihr habt gehofft, hofft ihr denn jetzt nicht mehr?

Seht, Christus lebt, und die Hoffnung ist in euch gestorben.

Christus lebt, ganz gewiss.

Der lebendige Christus stößt auf die toten Herzen der Jünger.

Er erscheint vor ihren Augen, und zugleich scheint er ihnen doch nicht auf.

Wie hätten sie denn seine Fragen hören und ihm antworten können,

wenn er ihnen gar nicht erschienen wäre?

Er ging auf dem Weg mit ihnen so, als sei er ihr Begleiter, und war doch der, der sie führte.

Aus einer Predigt des Hl. Augustinus, Bischof und Kirchenlehrer im 4. Jh.