lectio

Mittwoch der Osteroktav

4. April | Joh 20, 11-18

Jeden Tag führt uns die Schrift in eine neue Begegnungsgeschichte mit dem Auferstandenen. Aber mal ehrlich, ... so ganz einfach ist das doch nicht. Freunde und Weggefährten trauern, begreifen und verstehen nicht, was sich da ereignet hat. Und Jesus kommt in genau diese Situationen hinein: verborgen, nicht gleich erkennbar und genau so, wie er plötzlich gekommen ist, geht er auch wieder. Was ist das? Eine Gnadenzeit in der Gott selbst noch dafür sorgt, dass seine Freunde von der Enttäuschung, vom Zweifel zum Glauben und in die bleibende, so neue Gemeinschaft mit IHM geführt werden?

Heute sind wir eingeladen mit Maria Magdalena in die Sehschule zu gehen, in die Sehschule der Begegnung mit dem Auferstandenen. Ein Richtungswechsel reicht oft schon aus, um die Schattenseite des Lebens dem Licht auszusetzen, oder durch einfache Ansprache aus dem Sumpf der Tränen gezogen zu werden. Der Name ist etwas ur-persönliches - da ist alles drin verborgen!

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Auferstandener Herr und Meister,

Du kennst und nennst uns alle beim Namen.

Schenke uns ein leidenschaftliches Herz, dass Dich sucht,

wo Du uns fern oder verborgen scheinst.

Denn nicht im Finden liegt die Lebenskraft, sondern im Gefunden werden,

im Angeschaut und Angesprochen werden von DIR.

Amen!

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Aus dem Evangelium nach Johannes

20 In jener Zeit 11stand Maria draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. 12Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.

13Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.

14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.

15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.

16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.

17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

Über ihren Schmerz wird Maria Magdalena gefragt, damit ihre Sehnsucht stärker werde.

„Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“

Wenn sie den Namen dessen nennt, den sie sucht, soll sie noch heißer vor Liebe erglühen.

Jesus sagte zu ihr: „Maria!“

Er hatte sie zuerst nur als ‚Frau’ angesprochen, und sie erkannte ihn nicht.

Dann nennt er sie bei ihrem Namen, als sagte er deutlich:

‚Erkenne den, von dem du erkannt worden bist. Ich kenne dich nicht nur im allgemeinen,

wie die anderen dich kennen; ich kenne dich in deiner Einmaligkeit.’

Da Maria bei ihrem Namen gerufen wird, erkennt sie ihren Schöpfer und nennt ihn:

„Rabbouni!“, das heißt: „Meister!“

Denn er war es, den sie draußen suchte und der sie in ihrem Innern das Suchen lehrte.

Aus einer Predigt des heiligen Gregor des Großen, Papst und Kirchenlehrer im 7 Jh.