lectio

Donnerstag der Osteroktav

5. April | Lk 24,35-48

Friede sei mit euch! Mit diesen Worten tritt der Auferstandene in die Mitte seiner Jünger, in die Mitte derer, die mit all dem überfordert sind, was in den letzten Stunden geschehen ist. Friede sei mit euch!

Auch uns gilt dieses Wort, wird dieses Wort des Auferstandenen in unseren Alltag hineingesprochen. Wie vieles an Sorgen und Nöten machen unser Herz unruhig, bringen uns in eine innere Unruhe und Hektik. Wie vieles an Enttäuschungen und Verletzungen begleiten uns durch den Alltag, machen unsere Beziehungen schwer. Da kann es gut tun, mit dem Auferstandenen in eine tiefe Begegnung einzutreten, ihn zu berühren, ihn anzufassen, damit unsere Wunden seine Wunden berühren, damit unser verletztes Herz sein durchbohrtes Herz berührt. Den Auferstandenen berühren heißt auch an seiner Auferstehung teilhaft zu sein, heißt seinen Frieden, sein Licht zu empfangen.


Auferstandener Herr,

Du bist in die Mitte deiner Jünger getreten

und hast ihnen den Frieden gewünscht.

Komme nun auch in mein Leben und lass mich durch dein Wort

dich selbst, den Auferstandenen berühren,

damit mein Leben deinen Frieden empfängt.

Amen!

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Aus dem Evangelium nach Lukas

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, 35erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

36Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

37Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.

38Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?

39Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. 40Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.

41Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?

42Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; 43er nahm es und aß es vor ihren Augen.

44Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.

45Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.

46Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,

47und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.

48Ihr seid Zeugen dafür.


Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

(Der Herr sagt zu den Jüngern:)

„Seht meine Hände und Füße an: Ich bin es selbst“.

Ich denke, es gibt vier Gründe,

warum der Herr den Aposteln seine Seite und seine Hände und Füße zeigt.

Erstens, um zu beweisen, dass er wahrhaft auferstanden war,

und um uns jeden Anlass zum Zweifel auszuräumen.

Zweitens, damit die „Taube“, d.h. die Kirche oder die gläubige Seele,

ihr Nest in diesen Wunden „wie versteckt in der Steilwand“ (Hld 2,14) baue und

Schutz finde vor dem Raubtier, das ihr nachstellt.

Drittens, um unseren Herzen die Wundmale seiner Passion wie Insignien einzupressen. Viertens,

um uns zu mahnen und zu bitten, Mitleid mit ihm zu haben und

ihn nicht erneut mit den Nägeln unserer Sünden zu durchbohren.


Heiliger Antonius von Padua, Franziskaner und Kirchenlehrer im 13. Jhd.