lectio

Dienstag der Osteroktav

3. April | Mt 28, 8-15

Furcht und große Freude - gegensätzlicher könnte es wohl nicht sein. Wer es mit dem lebendigen Gott zu tun bekommt, dem kann es schon einmal schwindelig werden. Und wir sind eingeladen uns auf diesen Drahtseilakt des Glaubens einzulassen. Jesu Auferstehung von den Toten sprengt all unsere Denk- und Erfahrungshorizonte. Solange wir uns auf abgesichertem Terrain bewegen und alles mit unserem menschlichen Verstand einzugrenzen versuchen, werden wir vielleicht auch versuchen, verschiedene Theorien bewusst oder unbewusst aufzustellen, die unseren Gott klein halten.

Die Begegnung mit dem Auferstandenen hinterlässt Furcht - keine Angst - und große Freude. Und diese Freude setzt wieder einmal in Bewegung! Die Begegnung mit dem Lebendigen - die Gottesbegegnung, das Berührtsein in der Tiefe des Herzens, setzt Leben frei und bringt eine unaufhaltsame Dynamik mit sich - Dynamis: KRAFT GOTTES... oder anders gesagt: Das Leben im Heiligen Geist!

Und so wünsche ich uns, dass wir diese dynamische Ostererfahrung in unserem Alltag entdecken. Nichts und niemand kann diese dynamische Kraft des Lebens aufhalten: kein Stein und keine Bestechungstheorie.

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Lebendiger Gott,

Öffne unser Herz und unseren Verstand für die Größe Deiner Möglichkeiten.

Sieh unsere Angst, wo wir unter Kontrollverlust geraten und lass uns Deiner Botschaft des Lebens trauen:

Sie trägt einen Namen: Jesus Christus!

Dein Heiliger Geist reiße auch uns in die Dynamik des ewigen Lebens!

Amen!

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Aus dem Evangelium nach Matthäus

28 Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, 8verließen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

9Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.

10Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.

11Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. 12Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld 13und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. 14Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.

15Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

Mit überwältigender Freude eilten sie auf ihn zu und empfingen durch die Berührung

den Beweis und die volle Gewissheit seiner Auferstehung.

„Und sie warfen sich vor ihm nieder.“

Was sagte nun der Herr? „Fürchtet euch nicht!“

Auch er nimmt ihnen wieder die Furcht, um dem Glauben den Weg zu bahnen.

Aus einer Predigt des heiligen Johannes Chrysostomos, Bischof im 4. Jh.