lectio

7. Tag der Pfingstnovene

17. Mai | Joh 17,20-26

Atme in uns, du heiliger Geist,

sonst halten wir uns selbst für klug und bleiben verschlossen für deine Weisheit.

Du aber möchtest, dass wir immer tiefer eindringen in Gottes Plan,

dass unser Herz, unser Verstand, unser Fühlen für das wahre Leben und die wahre Freude offen werden.


Rufe in uns, du heiliger Geist,

sons flüchten wir vor der Bindung an den Glauben.

Im Verschenken und Dienen, im Verstehen und Versöhnen lass uns Zeugen deiner Liebe sein.


Komm, du heiliger Geist, und bleibe bei uns.

Du begleitest uns auf dem gemeinsamen Weg zum Vater.

Amen.


Jesu Herzensangelegenheit

Ein Herz und eine Seele sein - hat man das nicht früher gesagt, wenn man von seinem besten Freund oder seiner besten Freundin sprach?

Jesus hat da GROSSES vor! Und wieder einmal merkt man diesen seinen Worten die Tiefe an, aus der sie aufsteigen.

Es ist unvorstellbar, nach was Jesus sich sehnt: diese Einheit in der Liebe! Man kann dieses Geheimnis leicht zerreden und das will ich nicht tun.

Herrlichkeit - Eins sein - Liebe.

Herrlichkeit ist ein wichtiges Wort im Johannes Evangelium. Im Griechischen steht dann immer das Wort 'doxa'. Ursprünglich meint es nichts anderes, als 'Meinung' und wenn man dann von der Meinung über einen Menschen redet, kann man es auch als "einen guten Ruf"-haben bezeichnen. Und so kommen wir zu der Bedeutung Ansehen, Ehre und Herrlichkeit. Es geht um göttliche Ehre, Ansehen und Herrlichkeit. Gottes Herrlichkeit lebt in Beziehung: "Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast."

Diese Beziehung führt zum Eins-sein. Aber diese göttliche Beziehung, diese göttliche Herrlichkeit ist zum Überströmen zu einem jeden Menschen angelegt.

"denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind." Wie sind der Vater und der Sohn eins? ... In einer unvorstellbaren Liebe, im gegenseitigen Hören und Geben, in dem immer neu zu suchenden Willen Gottes. Es ist quasi eine göttliche Liebeserklärung sondergleichen. Und so geschieht es, dass jeder der glaubt, durch Jesus - im Heiligen Geist - hinein genommen ist, in diese göttliche Herrlichkeit.

"Ich bitte (V.20) .... ich will (V.24)" Jesus ist entschlossen.

Der Heilige Geist ist unser Schlüssel zu diesem Eins-sein zwischen Vater und Sohn.

Komm, Heiliger Geist, entzünde in uns das Feuer Deiner Liebe!


Aus dem Evangelium nach Johannes

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete:

20Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.

21Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

22Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,

23ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.

24Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.

25Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

26Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.


Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

Das ist das große und großartige Gebet unseres Erlösers für uns:

dass wir dort mit ihm zusammen seien, wo auch er ist,

und dass wir seine Herrlichkeit sehen,

und dass er selbst uns so geliebt habe, wie ihn sein Vater geliebt hat,

und dass er uns dasselbe gebe, was dieser ihm gegeben hat,

und dass er uns dieselbe Herrlichkeit gebe, die er ihm gegeben hat,

indem er aus uns allen eine Einheit macht und wir nicht länger eine Vielheit seien,

sondern alle zusammen ein einziger Mensch,

geeint seiner Gottheit und der Herrlichkeit des Reiches

Aus einer Schrift des Eusebius von Cäsarea, 3. Jahrhundert