lectio

5. Sonntag der Osterzeit

29. April | Joh 15,1-8

Aus dem Evangelium nach Johannes

1Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.

2Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt,

reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

3Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.

4Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.

5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.

6Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

8Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.


Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN


Denkt immer über das Wort nach, das Christus zu uns sagt:

„Ich bin der Weinstock. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;

denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Damit niemand glaubt,

die Rebe könne zumindest eine kleine Frucht aus eigner Kraft hervorbringen,

sagt Christus nicht: „ Ohne mich könnt ihr wenig tun“, sondern er sagt:

„Ohne mich könnt ihr gar nichts tun.“

Wenn die Rebe nur wenig trägt, reinigt der Winzer sie, damit sie mehr trägt.

Wenn sie aber nicht im Weinstock bleibt und von der Wurzel lebt,

kann sie aus sich selbst nicht die geringste Frucht hervorbringen.

Hl. Augustinus, Bischof und Kirchenlehrer im 4. Jahrhundert