lectio

4. Tag der Pfingstnovene

14. Mai | Joh 16,29-33

Komm Heiliger Geist,

Entzünde dein Licht im Geist, gieße die Liebe ein ins Herz; was gebrechlich ist in unserem Leib, stärke mit deiner ewigen Kraft.

Festhalten im Glauben

Wir kehren wieder zu den Abschiedsreden Jesu zurück, nachdem wir am gestrigen Sonntag einen kurzen Sprung in das "hohepriesterliche Gebet" Jesu gemacht haben. In unserem heutigen Evangelium geht es um den Glauben, geht es um die Prüfung im Glauben. "Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.", so die Jünger. Aber hinter diesen Worten steht nur die Einsicht mit dem Verstand, es fehlt die Bezeugung mit all ihrem Leben, durch all ihre Zweifel und Bedrängnisse hindurch. "Jetzt glauben wir!" Aber die große Prüfung schlechthin, der Tod ihres Meisters kommt noch, die Zweifel im Glauben kommen erst noch, die Bedrängnis in der Welt kommen erst noch. Und wer wird sie aus den großen Zweifeln und der großen Bedrängnis herausholen? Es ist der Herr selbst, der ihnen als Auferstandener begegnet, es ist der Herr selbst, der ihnen seinen Heiligen Geist geben wird, damit er sich auf dem Weg des Glaubens stärke, erleuchte, unterstütze und führe.

Liebe Weggefährten,

vielleicht kennt ihr selbst diese Erfahrung im Glauben. Da meinen wir groß über unseren Glauben reden zu können, meinen den Herrn zu kennen, meinen sicher in unserer Nachfolge zu sein und dann...., ja dann erfahren wir auf einmal die Dunkelheiten des Zweifels, der innerern Unsicherheit, der äußeren Bedrängnis, der Prüfungen durch Krankheit, Leid und Tod. Aber was sagt der Herr: "

"Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt."

Es zeigt uns, dass der Herr seine Jünger kennt, dass er ihr Herz, unser Herz kennt. Er macht uns keine Vorwürfe, nein er macht den Jüngern, uns sogar noch Mut. "Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt."

Nein, der Herr will nicht, dass wir uns aus Schuldgefühlen oder Scharm von ihm zurückziehen, sondern dass wir nach all den Prüfungen und den Zweifeln zu ihm zurück kehren, uns vom Auferstandenen trösten und stärken lassen. Haben wir den Mut unserer Zweifel und Ängste im Glauben durchzuleben und haben wir dann noch mehr den Mut zum Herrn zurück zu kehren, damit wir Frieden finden in IHM. Und bedenken wir immer, dass wir in all dem nicht alleine sind, sondern dass der Heilige Geist uns in dieser Zeit stärkt und tröstet und führt.

Komm Heiliger Geist,

Entzünde dein Licht im Geist, gieße die Liebe ein ins Herz; was gebrechlich ist in unserem Leib, stärke mit deiner ewigen Kraft.

Aus dem Evangelium nach Johannes

In jener Zeit

29sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen.

30Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst.

31Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?

32Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.

33Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

Wir empfangen den Heiligen Geist wegen der Erkenntnis.

Es ist damit wie beim Körper des Menschen:

Wenn die Gelegenheit zur Erfüllung seiner Aufgabe fehlt, wird er untätig.

Wenn Licht oder Tag fehlen, dienen unsere Augen zu nichts.

Wenn weder Stimme noch Geräusch erklingt,

können die Ohren nicht wissen, was ihre Aufgabe ist,

und die Nase weiß nicht, wofür sie da ist, wenn sich kein Duft verbreitet;

nicht als ob ihnen die Natur abginge, sondern weil die Gelegenheit zur Betätigung fehlt.

Aber von dieser Gelegenheit hängt die Nützlichkeit ab.

Ebenso ist es beim Geist des Menschen:

Wenn er nicht durch den Glauben die Gabe des Geistes gewinnt, hat er zwar die Natur,

durch die er Gott erkennen könnte, aber das Licht der Erkenntnis fehlt ihm.


Die große Gabe in Christus ist eine und steht allen offen.

Was irgendwo fehlt, wird in dem Maß verliehen, in dem es einer zu erhalten wünscht.

Die Gabe lässt sich in dem Maß nieder, in dem wir uns darum bemühen.

Sie ist bis zur Vollendung der Zeiten bei uns.

Sie ist unser Trost beim Warten; in der Betätigung der Gnadengaben ist sie

das Unterpfand der Hoffung auf das Leben der kommenden Welt,

das Licht des Herzens,

der Glanz der Seele.

Heiligen Hilarius von Poitiers, Bischof und Kirchenlehrer im dritten Jahrhundert