lectio

2. Tag der Pfingstnovene

12. Mai | Joh 16,23a-28

Komm Heiliger Geist,

der du Paraklet genannt wirst, größte Gabe Gottes, lebendiges Wasser, Feuer, Liebe und geistliche Salbung.

Bitten, aber wie?

"Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten." Diese Worte sind nicht gerade einfach, aber entsprechen wohl den Jüngern gegenüber der Wahrheit. Was sie nicht schon alles den Herrn gebeten haben. Da spürt man, dass sie den, dem sie folgen, immer noch nicht kennen.

In seinem Namen bitten. Name, das meint im hebräischen die ganze Person, das Wesen eines Menschen. Erst, wenn man weiß, wen man vor sich hat, kann man wirklich um das richtige bitten, weiß man, was der andere mir geben kann. Und so brauchen auch die Jünger die Erfahrung des Sterbens und Leidens ihres Herrn, brauchen sie die Begegnung mit dem Auferstandenen, bevor sie wirklich wissen, wer Jesus ist. Ja, durch diese Erfahrung wird ihr Bild über den Herrn gereinigt, wird ihnen wirklich gezeigt wer er ist: nämlich der, der sie ohne Ende liebt und den sie auf Grund dessen lieben können ; nämlich der, der als Auferstandener ihnen zeigt, wessen Sohn er ist. Erst durch diese Erfahrung, werden sie auf den rechten Weg geführt.

Und schließlich empfangen sie den Heiligen Geist, der sie in die ganze Wahrheit führen wird. In die Wahrheit, wer der Herr von Innen her ist, wer der Herr seinem Wesen nach ist. Ja, er wird Zeugnis von dem ablegen, dem sie gefolgt sind und für den sie ihr Leben hingegeben haben. Ja, der Heilige Geist ist es, der sie auf den Weg der Wahrheit führen wird, in die Wahrheit darüber, wer der Herr ist. Und auch dies ist wohl immer noch nicht das Ende, denn die immer tiefere Erkenntnis Jesu soll auch sie verwandeln, soll ihre Sehnsüchte und Wünsche verwandeln. Es ist letztlich ein Prozess, der das ganze Leben andauert und der sie so in eine immer tiefere Beziehung mit den Herrn führen wird. Und so werden sie mit der Zeit immer mehr darum wissen, um was sie bitten dürfen, werden sie darum wissen, was sie wirklich brauchen.

Liebe Weggefährten,

auch wir sind in den letzten Wochen dem Auferstandene begegnet. Auch wir waren mit ihm unterwegs und durften so immer mehr erkennen, wer er ist, wer er für uns ist und immer mehr sein wird. Bitten wir nun in den kommenden Tagen darum, dass der Heilige Geist uns immer mehr in die Wahrheit Gottes führe, dahin führe zu erkennen, wer der Herr wirklich ist und lassen wir uns so selbst immer mehr verwandeln - verwandeln in das Bild Jesu, verwandeln, um dem immer ähnlicher zu werden, der uns so sehr liebt und sich für uns hingegeben hat.

Komm Heiliger Geist,

der du Paraklet genannt wirst, größte Gabe Gottes, lebendiges Wasser, Feuer, Liebe und geistliche Salbung.

Aus dem Evangelium nach Johannes

23bAmen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.

24Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.

25Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.

26An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde;

27denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.

28Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

Zum Weitergehen mit den KIRCHENVÄTERN

Die Sendung des Heiligen Geistes in der Kirche

Als das Werk vollendet war, das der Vater dem Sohn auf Erden zu tun aufgetragen hatte, wurde am Pfingsttag der Heilige Geist gesandt, damit er die Kirche immerfort heilige und die Gläubigen so durch Christus in dem einen Geist Zugang hätten zum Vater.


Er ist der Geist des Lebens, die Quelle des Wassers, das zu ewigem Leben aufsprudelt; durch ihn macht der Vater die in der Sünde erstorbenen Menschen lebendig, um endlich ihre sterblichen Leiber in Christus aufzuerwecken. Der Geist wohnt in der Kirche und in den Herzen der Gläubigen wie in einem Tempel, in ihnen betet er und bezeugt ihre Annahme an Sohnes Statt. Er führt die Kirche in alle Wahrheit ein, eint sie in Gemeinschaft und Dienstleistung, bereitet und lenkt sie durch die verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben und schmückt sie mit seinen Früchten.


Durch die Kraft des Evangeliums lässt er die Kirche allezeit sich verjüngen, erneuert sie immerfort und geleitet sie zur vollkommenen Vereinigung mit ihrem Bräutigam; denn der Geist und die Braut sagen zum Herrn Jesus: „Komm!“


So erscheint die ganze Kirche als „das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk.“

Aus der dogmatischen Konstitution über die Kirche des 2. Vatikanischen Konzils